Lektion: Konfliktmanagement

Was ist ein Konflikt im zwischenmenschlichen Kontext?

Sehr vereinfacht gesagt ist es eine Interaktion zwischen zwei oder mehreren Parteien, wobei mindestens jemand emotional ist, sich auf irgendeine Art eingeschränkt fühlt und das Gegenüber dafür verantwortlich macht.

Das Wort emotional zeigt bereits, dass Gefühle im Spiel sind. Im Kontext eines Konfliktes sind dies negative Gefühle wie z.B. Wut, Ärger, Scham, Trauer, Angst, Enttäuschung, Neid, Aggression oder Eifersucht. Auch wenn die meisten Menschen beim Ausüben ihres Hobbys in der Natur zufrieden sind, kann es trotzdem passieren, dass ihr mal jemanden auf dem falschen Fuss erwischt und es aufgrund der Emotionalität zu einem Konflikt kommt. Dies kann besonders dann passieren, wenn es um Regeln und Verbote geht oder sich jemand in irgendeiner Form ertappt fühlt.

Ist das der Fall, so reagiert das menschliche Gehirn als erstes nicht mit der Vernunft sondern mit dem limbischen System, welches für die Verarbeitung von Emotionen und die überlebenswichtigen Reaktionen Kämpfen, Flüchten oder Einfrieren steuert (Fight, Flight, Freeze). Dies, weil das limbische System älter und vor allem viel schneller ist als die Grosshirnrinde, in welcher unsere Vernunft ihren Sitz hat. Um aus der Emotion in die Vernunft zu kommen, braucht es Energie und Zeit.

Menschen reagieren dann (negativ) emotional, wenn sie die Erfüllung ihrer Bedürfnisse bedroht sehen. Die wichtigsten Bedürfnisse sind dabei jene nach Nahrung, sauberem Wasser und sauberer Luft aber auch nach Schlaf, Ruhe, Sicherheit, Selbstbestimmung, Zugehörigkeit usw.

Um euer Gegenüber aus der oben beschriebenen emotionalen Reaktion in die Vernunft zu holen, ist es wichtig, zu verstehen, welche Bedürfnisse die Person gerade hat. Wenn ihr diese Bedürfnisse und die resultierenden Emotionen anerkennen und verstehen könnt und dies auch so kommuniziert, ist meist bereits ein wichtiger Schritt gemacht (Achtung: Verständnis heisst nicht Einverständnis und beim Wahrnehmen und Verbalisieren von Bedürfnissen und Emotionen muss man aufpassen, dass man nicht überheblich rüber kommt). Ihr könnt Nachfragen, was genau zum akuten Gefühl geführt hat und euch auf der Emotionsebene mit dem Gegenüber solidarisieren.

Ist die erste Emotionalität erst einmal überwunden, so kann man sachlich über den Grund des Konfliktes reden. Je nach Gesprächsgang reicht Kommunikation auf der sachlichen Ebene aus. Falls angebracht und nötig, tritt man empathischer oder klarer auf, um das Zeil zu erreichen.

Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch seine ganz persönlichen Trigger hat, also Themen oder Verhaltensweisen, welche eine hohe Emotionalität zur Folge haben. Wenn ihr euch eurer eigenen Trigger bewusst seid, so könnt ihr die Möglichkeit eines Konfliktes minimieren. Seid euch zusätzlich bewusst, mit welcher Grundstimmung ihr an einem Einsatztag unterwegs seid und dass jeder mal einen schlechten Tag hat, auch Besucherinnen und Besucher.

Und zu guter Letzt: Ihr seid keine Polizisten. Falls euch etwas zu viel oder unangenehm wird, dürft ihr das Gespräch einfach beenden und gehen. Tauscht euch bei solchen Begebenheiten mit anderen Fairdinands aus oder ruft uns vom Ranger Team an, um nicht mit einem negativen Gefühl nach Hause zu gehen 😊


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